05.03.2003 - 25.03.2003
Hauptstraße 11, 01097 Dresden

Das verschwundene Sudetenland – Zmizelé Sudety

Historische und aktuelle Aufnahmen einer von deutscher Kultur und Geschichte geprägten Landschaft

Die im 18. Jahrhundert wahrscheinlich nach Entwürfen von Christoph Dientzenhofer – auf der Grundlage einer Holzkirche aus dem Jahre 1540 – umgebaute Michaeliskirche im damaligen Deutsch Wernersdorf auf einer Aufnahme aus der Zeit um 1900.
Um die Kirche im heutigen Vernéřovice dehnt sich ein großer Friedhof mit vielen deutschen Gräbern aus, in deren Nachbarschaft heute viele tschechische liegen. Auffällig ist, dass das alte Bild um 1900 den großen Friedhof noch nicht zeigt: Dieser wurde ers

»Die Vertreibung der Sudetendeutschen aus dem deutsch-tschechischen Grenzgebiet bedeutete im Leben der Tschechen einen radikalen Umbruch und hatte weitreichende Folgen für die tschechische Geschichte. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, bleibt die Vertreibung immer noch eher in Vergessenheit. Die deutsche Vergangenheit Böhmens sollte zusammen mit den böhmischen Deutschen abgeschoben werden. Etwas allerdings blieb nach den Sudetendeutschen zurück. Etwas, was nicht abgeschoben werden kann: die Landschaft.

Die Landschaft im deutsch-tschechischen Grenzgebiet erinnert uns bis heute an ihre ehemaligen Einwohner. Geschieht dies auf den ersten Blick eher unauffällig, gibt sie doch bei ihrer näheren Betrachtung viel von sich preis: ins Nirgendwohin führende Wege, einsam und weit entfernt von jeglichen Häusern stehende Obstbäume, hier und da verfallene und überwachsene Überreste von Häusern. All das sind Spuren von Vorfahren, deren Nachkommen nicht mehr hier sind.

Dieser radikale Umbruch in einer langfristiger Entwicklung der Kulturlandschaft ist bis heute sichtbar. Denn nach der Vertreibung kamen Umsiedler, die eine Beziehung zu ihrer neuen Heimat erst finden mussten. Dies sowie die rücksichtslose Planung in der kommunistischen Herrschaft zerstörte eine große Anzahl von Orten mit einer jahrhundertelangen Tradition.

Mit der Ausstellung soll versucht werden, diesen Umbruch auf historischen und aktuellen Fotografien zu zeigen. Verglichen wird das heutige Bild der Landschaft im Grenzgebiet mit den Aufnahmen, die über fünfzig Jahre alt sind. Der Sinn einer solchen Gegenüberstellung ist es, Fragen hervorzurufen:

Wie gingen die Menschen früher mit der von ihnen bewohnten Landschaft um? Ist unser Verhältnis zur Landschaft ebenso gut, wie das unserer ehemaligen Mitbürger? Tragen wir eine Verantwortung auch für das landschaftliche Erbe nach den sudetendeutschen Einwohnern?«
(aus der Präambel zur Ausstellung)

Die Ausstellung wurde von dem Bürgerbündnis »Antikomplex – Bewegung gegen Xenophobie« unter der Federführung von Petr Mikšíček konzipiert.

Eröffnung:
Dienstag, 04.03.2003, 20:00 Uhr
im Beisein der Organisatoren der Ausstellung sowie des ehemaligen Botschafters der Tschechischen Republik in Deutschland, František Černy.

Öffnungszeiten:
Mo, Mi, Do: 10:00 – 17:00 Uhr
Di: 10:00 – 18:30 Uhr
Fr: 10:00 – 16:30 Uhr

Kontakt:
T. +49 351 804 05 15
F. +49 351 804 05 10

weitere Stationen der Ausstellung 2003:
12.04.–14.04. in Jihlava (Bernard Bolzano Stiftung)
16.04.–05.06. in Nejdek (Karlovarské muzeum)
09.06.–15.06. in Děčín
07.08.–06.09. in Chomutov (Okresní muzeum)
September (genaue Daten noch nicht bekannt) in Pec pod Sněžkou (galerie Veselý Výlet)
Dezember (genaue Daten und Ort noch nicht bekannt) in München

Die Veröffentlichung der Abbildungen erfolgt mit freundlicher Genehmigung durch den Organisatoren der Ausstellung, das Bürgerbündnis „Antikomplex“.

Das veschwundene Sudetenland – Zmizelé sudety
Ausführliche Informationen in deutscher und tschechischer Sprache sowie zahlreiche Fotos auf der Internet-Seite zur Ausstellung

Die Sudeten – eine Landschaft der Zukunft?
Kommentar zur Ausstellung von David Průša auf Tschechien-Portal.info

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