Studenten machen Schule – Projektbeschreibung

28 Studierende begeben sich auf Reisen in östliche Grenzregionen, um »Schule zu machen«.

von Nancy Waldmann
Teilnehmende Studierende des Projekts beim Auftaktworkshop in Potsdam stehend v. l.: Julia Moldenhawer, Tina Marie Lesch, Luise Richter-Rethwisch, Dirk Berger, Janna Keberlein, Maria Auris, Sven Liszok, Oliver Krause, Lisa Höhenleitner, Stefanie Weisse, M

Projekt mit Workshops in Potsdam, Aussig/Ústí nad Labem und Kreisau/Krzyżowa gestartet!

Zu den Unterrichtskonzepten

Zu den Projekttagen in sieben Schulen im Februar und März 2011

Sieben Schulen in Deggendorf, Bad Kötzting, Tirschenreuth, Sebnitz, Guben, Berlin und Demmin, alle im näheren oder weiteren Hinterland der heutigen Grenze zu Tschechien und Polen, sind die Labore zur Erprobung ungewöhnlicher Unterrichtsentwürfe.

Mit Schülern der Klassenstufen 9 und 10, die im Alltag der Grenzregion und in der Nähe zu den polnischen oder tschechischen Nachbarn aufwachsen, erarbeiten junge Studierende in interdiszplinären Teams an zwei bis fünf Projekttagen Aspekte regionaler polnisch-deutscher und tschechisch-deutscher Beziehungsgeschichte. Zuvor setzen sie sich im Rahmen zweier Workshops mit der Gegenwart und Geschichte Schlesiens, Böhmens und der Neumark, sowie mit möglichen Vermittlungspraktiken auseinander.

Historische Regionen und grenzüberschreitendes Lernen

Schlesien oder Śląsk, Neumark oder Lebuser Land, Böhmen oder Čechy – drei Regionen, mindestens sechs Geschichtsbilder. Kaum ein Thema wie diese einst multikulturell bevölkerten Regionen und Grenzländer führen so klar vor Augen, dass Geschichte eine Konstruktion ist. Spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg, als in den von verschiedenen Ethnien und Konfessionen bewohnten Gebieten nachbarschaftliche Bande gewaltsam zerstört wurden und ein Großteil der angestammten Bevölkerung die Region verlassen musste, ist klar, dass hier mehrere gleichberechtigte Erinnerungen nebeneinander existieren.

Teilweise kristallisierten sich diese Erinnerungen zu identitätsstiftenden Bausteinen verschiedener Nachkriegsgesellschaften, teils wurden sie aus dem gesellschaftlichen Bewusstsein verdrängt. Der »verlorene deutsche Osten«, Polens »wiedergewonnene Gebiete« – die Geschichte dieser Regionen wurde zur Projektionsfläche für politische Forderungen, für Verklärungen der Heimat, zur Rechtfertigung für kulturelle Bilderstürme. Teils war sie tabu oder völlig vergessen, wie Tschechiens verschwundenes Sudetenland. Wie kam es dazu, dass sich so unterschiedliche Perspektiven auf diese Regionen entwickelten? Inwiefern handelt es sich hier historisch um Grenzregionen und was macht sie in der Gegenwart als Grenzregionen erfahrbar?

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